Das mit dem Klimawandel gestiegene Umweltbewusstsein und die Pandemie haben den Fokus unserer Arbeit in den letzten Jahren verändert. Projekte in Hamburg und Norddeutschland sind  nun noch stärker in den Vordergrund gerückt. So hat Corona uns noch mehr hinschauen lassen, was direkt vor unseren Augen in unserer Stadt passiert. Seit August vergangenen Jahres engagieren sich die Hege Helping Hands am Hauptbahnhof Hamburg und verteilen gemeinsam mit anderen Initiativen Lebensmittel, Kleidung und wichtige Güter für den Überlebenskampf auf der Straße wie Isomatten, Schlafsäcke und Zelte an obdachlose Mitbürger.

Wir haben weiter nachgedacht: Mit Corona wächst nicht nur die Not auf der Straße, es gibt auch eine neue Form der Vereinsamung; Menschen leiden unter Kontaktarmut und nicht wenige geraten in finanzielle Nöte, weil die staatliche Unterstützung nicht reicht oder der so sicher gewähnte Arbeitsplatz weggefallen ist. Was also könnten wir dauerhaft für bedürftige, einsame und wohnungslose Menschen in unserer Stadt, in unserem Stadtteil tun? Wie kommen wir zu mehr Miteinander, Austausch und Versorgung in einem Rahmen, der mehr Geborgenheit als der Vorplatz am Hauptbahnhof bietet und vielleicht noch ganz andere Türen öffnet?

Mit großem Respekt verfolgen wir die Arbeit der Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde Heilige Dreieinigkeitskirche in Hamburg-St. Georg, die dort seit 25 Jahren einmal wöchentlich eine Suppenküche als Begegnungsstätte anbieten. Könnte es gelingen, etwas Ähnliches in Harvestehude-Eppendorf, wo wir ansässig sind, zu etablieren?

Im Pastorat der Hauptkirche St. Nikolai trafen wir mit dieser Idee auf offene Ohren und Herzen. Gemeinsam loteten wir Chancen und Risiken aus, entwarfen Konzepte und informierten uns bei Behörden, Organisationen wie der Hamburger Tafel und den erfahrenen Suppenküchen-Ehrenamtlichen in St. Georg. Umso mehr freuen wir uns jetzt über die positive Entscheidung durch den Kirchengemeinderat: Wir machen das! Hege Helping Hands und die Kirchengemeinde St. Nikolai bauen die Suppenküche „Mit Laib und Seele“ auf!

Nach Ostern soll es losgehen, immer freitags am frühen Nachmittag vor St. Nikolai. Unsere Vision, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, wird sich aufgrund der pandemischen Lage noch nicht gleich realisieren lassen. Deshalb starten wir mit To-go-Lebensmitteltüten, warmen Getränken und Suppe to go. Eines soll „Mit Laib und Seele“ aber von Anfang an sein: ein sicherer Ort der Begegnung für alle, die dabei sein möchten.

Unser Projekt ist derzeit im Rennen für den Hamburg Airport. Bewegt. Nachbarschaftspreis 2022. Stimmt jetzt hier für Mit Laib und Seele ab und helft uns unseren Besuchern einen noch schöneren Aufenthalt zu bereiten. Jede Stimme zählt!